Street Food Business in 5 Gedanken mit Jochen Manske von der Lunch-Karawane in Hamburg

  Lesezeit: 3 Minuten

Ihr trefft mich gerade in/bei…

> …am Schreibtisch, bei der Planung und Organisation unserer vielfältigen Tätigkeiten rund um das Themen „Street Food“ und „Food Truck“.

Jochen Manske, Lunchkarawane, Foodtrucks, Hamburg

Jochen Manske ist Initiator und Organisator der Lunchkarawane, die zur Mittagszeit durch Hamburg und Norddeutschland zieht Foto: Nicole Zaddach/nieke-fotografie.com

Das ist mein Beitrag zum Thema Street Food…

>…Scherzhaft gesagt bin ich der erfolgreichste Food Trucker ohne Food Truck bei uns in Hamburg. Ich betreibe keinen eigenen Truck, sondern organisiere Verkaufsmöglichkeiten für Street Food-Anbieter – mittlerweile im gesamten Norden. Mit der Lunch-Karawane habe ich seit 2013 das Mittagsgeschäft in der Hansestadt systematisch in Form von Food Truck-Haltestellen aufgebaut. Dabei konnten wir Flächen erschließen, die die Immobilieneigentümer aufgrund der Organisations- und Koordinationsaufwands nicht an einzelne Trucker vergeben hätten. Wir übernehmen diese Leistung, stellen die Food Trucks zu abwechslungsreichen Wochenplänen zusammen, bewerben die Haltestellen durch einen wöchentlichen Speiseplan analog der Mittagskarte eines Restaurants oder einer Kantine und – sehr wichtig – kommunizieren kurzfristige Ausfälle punktgenau im jeweiligen Umfeld.

Seit 2015 veranstalten wir zusammen mit dem Spielbudenplatz die Street Food Session, einen wöchentlichen Food Truck Markt, der in diesem Jahr seinen 100. Termin feiern wird, und darüber hinaus verschiedene Food Truck-Event-Formate wie die Food Truck Festivals St. Pauli und Hannover, Craft Beer & Burger, und diverse Events in Celle, Laboe, Elmshorn, Lüneburg, …

Beim Thema Street Food (Foodtrucking / mobiles Catering) denke ich, dass…

> … die gesamte Bewegung der letzten Jahre dazu beiträgt, dass sich der Qualitätsanspruch der Gäste an mobile Gastronomie deutlich erhöht.
Dies zeigt sich daran, dass auch große Ketten sich in der Kommunikation einen Street Food-Anstrich (bspw. Subways) oder auch Gastronomen aus dem Bereich Imbiss / Schausteller vereinzelt beginnen die Gestaltung ihrer Verkaufswagen, Kommunikation und Warenpräsentation zu verändern. Allerdings wird Street Food selbst auch ein Stück Normalität werden. Der Innovationsbonus wird wegfallen, die Bereitschaft der Gäste sich auf überlaufenen Plätzen stundenlang für etwas zu Essen anzustehen wird drastisch abnehmen. Ich als Gast würde das persönlich auch maximal einmal mitmachen. Bedenklich finde ich, dass es Veranstalter gibt, die auf „Street Food“-Events immer wieder Anbieter zulassen, die aus simplen Ständen mit komplett aus dem Großmarkt beschafften Convenience-Zutaten „Street Food“ anbieten, dass diesen Namen nicht verdient hat. Erfahrungen dieser Art werden ebefalls dazu beitragen, dass Gäste nicht wieder kommen und sich das Trendthema „Street Food“ noch schneller abnutzt.

Wir werden in den ganzen Jahren ganz klar eine Professionalisierung auf allen Seiten sehen und wir werden darauf hinarbeiten, dass dies nicht zu Lasten der Qualität und Vielfalt geht.
Insbesondere im Bereich der Organisation sehe ich noch viel Potential der effizienteren Zusammenarbeit zwischen Street Food-Anbietern, Veranstaltern und Kunden – wir arbeiten mit der Plattform www.foodtruckzentrale.de an einer Lösung, die es uns ermöglichen wird, schneller und unter Ausschaltung vieler Fehlerquellen besser zu kooperieren und unseren Arbeitsprozess konsequent zu digitalisieren.

Beim Thema Street Food (Foodtrucking / mobiles Catering) muss ich auch noch erwähnen, …

>…dass mich der Einsatz, der Idealismus und die Leidenschaft der meisten Akteure nach wie vor begeistert. In Hamburg ist eine tolle Community entstanden, die diesen Namen wirklich verdient. Der Gedanke, sich gegenseitig zu unterstützen und fair miteinander umzugehen, wird nach wie vor GROSS geschrieben. Auch wenn das Buzzword Street Food in ein paar Jahren vielleicht niemanden mehr vor dem Ofen hervorlockt, wird der Geist weiterleben und wir werden Plattformen, Formate  und Märkte geschaffen haben, die für unsere Kunden ganz selbstverständlich sind.

Die Street Food Convention ist für mich…

>… …eine einzigartige und nachhaltige Plattform zum Austausch und Networking. Und ein ganz klares Zeichen, dass die „Branche“ gewillt ist, sich bereits in den Zeiten des Hypes Gedanken um das „Morgen“ zu machen – was bei der aktuellen Auftrags- und Buchunslage nicht unbedingt notwendig wäre.

„Ich bin begeistert vom Einsatz, dem Idealismus und der Leidenschaft in der Streetfood-Community“ Jochen Manske, Initiator der Lunchkarawane in Hamburg